Eine kurze Chronik (zusammengestellt durch Astrid Masche)

35 Jahre nachdem der Schweizer Jean Henri Dunant die Weltorganisation des Roten Kreuzes ins Leben rief, legt der Allgemeinmediziner Dr. Andreas Fischer im Jahr 1899 den Grundstein für einen Rotkreuzverein in Wiesental.

Am 01. Oktober 1899 - so der erste Eintrag in der "Stammrolle der freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Wiesental -finden sich im Gasthaus "Zum grünen Baum" acht hilfsbereite Männer zusammen, die von der Idee Dr. Fischers, eine eigene Sanitätskolonne zu gründen, begeistert sind.

Einer der ersten Vorstände

Eine der ersten Vorstandschaften


Voller Tatendrang, gepaart mit großem Idealismus besprechen Heinrich Wagenhan, Hyronimus Heger, Friedrich Stöckel, Michael Mahl, Eugen Gentner, Heinrich Lang, Wendelin Schönecker und Valentin Köhler die ersten Schritte.


Zum Kolonnenführer wird einstimmig Valentin Köhler gewählt. Bis zum Jahre 1914 sind es dann Hyronimus Heger, Karl Heger und Gregor Mahl, die zur Führung des ständig aufstebenden Vereins berufen werden.

Sanitätszug der Wehrmacht


Bedingt durch den ersten Weltkrieg ruht in der Zeit von 1914 bis 1918 alle Vereinstätigkeit, da sämtliche Mitglieder in Kriegslazarette abberufen sind, um dort ihr Können unter Beweis zu stellen. Alles bis dahin angeschaffte Material ist verbraucht.


Nachdem man im Kriege zur Genüge die Erfahrung gemacht hat, daß das Rote Kreuz eine wichtige Sache ist, stellen sich die Aktiven getreu ihrem Wahlspruch "Wir sind zu jeder Zeit dem Nächsten hilfsbereit" wieder in den ehrenamtlichen Dienst des Roten Kreuzes.


Die in 1918 zusammengerufene Mitgliederversammlung wählt folgende Personen zum "Kopf" des wiederbelebten Vereines: Vorsitzender Bürgermeister Martin Roth, 1. Kolonnenführer Gregor Mahl, 2. Kolonnenführer Martin Gentner, Schriftführer Hermann Rolli und Kassier Leonhard Lehn.

Die Bereitschaft 1924


Doch der zweite Weltkrieg sorgt wieder für eine jahrelange Pause des örtlichen Roten Kreuzes.

Einige unverdrossene Sanitäter treffen sich also am 22.12.1947 im Gasthaus "Zur Pfalz", um über eine erneute "Wiederbelebung" zu beraten. Mit der Generalversammlung am 01.01.1948 kehrt das Rote Kreuz als "DRK Männerverein Wiesental" mit 81 aktiven Sanitätern ins Leben zurück.


Ein schwerer Schlag trifft die gerade neu erwachte Kolonne, als am 19. April 1950 der langjährige Kolonnenarzt Dr. Andreas Fischer stirbt. Er hinterläßt eine große einsatzbereite Kolonne, die von Dr. Fritz Oßwald in vorbildlicher Weise weiter ausgebaut wird. Im Jahr 1953 ist die Aktivität auf 110 Sanitäter angewachsen.

Seit 1958 treffen sich die aktiven Sanitäter jeweils am ersten Dienstag im Monat, um sich aus- und fortzubilden.

Im August 1964 wird die Wiesentaler Bereitschaft wegen ihres guten Ausbildungsstandes und ihrer Mitgliederstärke von 51 aktiven Sanitätern zur eigenständigen Bereitschaft 16 berufen und Anton Peuckert zu deren erstem Bereitschaftsführer ernannt.

Im Jahr 1966 nimmt eine Gruppe am Wettbewerb der Bereitschaften in Karlsruhe teil und "landet" auf dem sechsten Platz.

Laut Ortsvereinssatzung von 1966 wird der Bereitschaftsarzt noch kräftig zur Ausbildung der Bereitschaftsmitglieder herangezogen, denn so heißt es hier "Ist der Bereitschaftsarzt an den Unterrichtsstunden verhindert, so werden dieselben von dem Bereitschaftsführer oder dessen Stellvertreter abgehalten.

Die Prüfung nach Abschluß der Sanitätslehrgänge und die Ausbildung der Wiederbelebung gehört zu dieser Zeit ausnahmslos in die Hände der Bereitschaftsärzte.

Im selben Jahr wurde unter der Leitung von Hugo Riedel eine Jugendrotkreuzgruppe gegründet, die mit 20 JRK-lern startete.

Übund 1971 im Waghäusler Schwimmbad

Ab 1967 wird ein Kurs in Lebensrettenden Sofortmaßnahmen für Führerscheinbewerber Pflicht, was für unseren Ausbilder Anton Peuckert zu einem neuen Betätigungsfeld im Deutschen Roten Kreuz führt; in der Zeit von 1967 bis 1986 bildet er über 1.500 Personen in Erster Hilfe aus.

Am 11. September 1973 konnten wir den 2.000 Blutspender - Herrn Hugo Mahl - ehren.

Und am 07.12.1977 war es dann soweit: Umzug in die neuen Räume. Das neue DRK-Heim wurde feierlich seiner Bestimmung übergeben.

Im März 1987 wird einstimmig beschlossen, die Übungsabende künftig statt wie bisher monatlich alle 14 Tage abzuhalten.

Im Jahr 1995 werden zur Vorbereitung auf die Teilnahme am Wettbewerb der Bereitschaften für das "junge Team" zusätzliche Ausbildungsabende angesetzt. Die "Jungfüchs" wie die Nachwuchssanitäter oft liebevoll von unserem leider viel zu früh verstorbenen Schatzmeister Josef Brecht genannt wurden, treffen sich seither wöchentlich, um neuen Aufgaben wie Schnell-einsatzgruppe und Notfallhilfe gewachsen zu sein.

Waren es im Jahr 1978 noch 850 jährliche Einsatzstunden, die von der örtlichen Bereitschaft geleistet wurden, so sind diese im Jahr 1998 auf knapp 11.000 Stunden angewachsen - und das bei einer zahlenmäßig annähernd gleich gebliebenen Anzahl von aktiven Sanitäterinnen und Sanitätern.

Bild der Bereitschaft im Jubiläumsjahr 1998


In 100 Jahren DRK Wiesental drei Bereitschaftsärzte

Dr. Fischer

Dr. Fischer

Dr. Andreas Fischer: 01.10.1899 - 31.12.1947


Dr. Fischer - mit 29 jung an Jahren - verlegt nach dem Hauskauf in Wiesental seine Praxis von St. Leon nach Wiesental, um sich hier als Mediziner niederzulassen.
So ganz nebenbei baut er auch noch den Sanitätszug Wiesental - Hambrücken - Kirrlach - Oberhausen auf und steht diesem Zug jahrelang als Kolonnenführer vor, wofür er im Jahre 1937 vom Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes dem der Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha das Verdienstkreuz des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes verliehen bekommt.
Im Jahr 1942 behandelt Dr. Andreas Fischer im hohen Alter von 72 Jahren monatlich noch 600 - 700 Patienten aus Wiesental und Umgebung und übergibt schließlich die Praxis seinem Kollegen Dr. med. Fritz Oßwald.
Am 19.04.1950 stirbt Dr. Fischer nach kurzer Krankheit und wird auf dem Friedhof in Wiesental beigesetzt.

Dr. Osswald

Dr. Osswald

Dr. med. Fritz Oßwald: 01.01.1948 - 31.12.1981


Der "Cola und Salzstängelen-Doktor" wie Dr. Oßwald insbesondere von seinen kleinen Patientinnen und Patienten genannt wird, verbringt viele seiner kostbaren Freizeitstunden im Roten Kreuz in Wiesental. Zu dieser Zeit war es noch üblich, daß ein Arzt im Abschlußabend des Erste-Hilfe-Kurses durch eine "Prüfung" feststellte, ob das beigebrachte Wissen auch bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern "angekommen" war.
Darüber hinaus ist Dr. Oßwald auch als Referent bei den Ausbildungsabenden gern gesehen - insbesondere "wirft er ein kritisches Auge" auf die "Jungsanitäter", die frisch den Sanitätslehrgängen entspringen.

Dr. Gebauer

Dr. Gebauer

Dr. med. Thomas Gebauer: 01.01.1982 - heute


Dr. Gebauer wirkt - insbesondere in seinen "Anfangszeiten" - kräftig bei der Aus- und Weiterbildung der Sanitäter mit, ist doch nach Ausbildungsvorschrift zu dieser Zeit der Bereitschaftsarzt zuständig für die medizinische "Abnahme" der Herz-Lungen-Wiederbelebung.
So wie es seine Freizeit zuläßt, füllt er hin und wieder einen Ausbildungsabend mit interessanten Referaten und Diskussionen so z. B. zu Impfungen, Sportverletzungen und sanitätsdienstlichen Maßnahmen. Wißbegierig "verfolgt" er alle Veröffentlichungen über "seinen Rotkreuzverein" und läßt es sich nicht nehmen, bei jeder Jahreshauptversammlung anwesend zu sein.